Ardbeg

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<seo metakeywords="whisky-guide,guide to whisky,whisky,whiskey,whisky-fuehrer,whisky-führer,schottland,single,malt,scotch,islay,insel" metadescription="Alles über die Ardbeg-Destillerie auf der Insel Islay: Ihre Whiskys, die Geschichte der Destillerie und eine Bildergalerie." />

Ardbeg
Region: Islay
Ardbeg Distillery Ltd.

Isle of Islay
Argyll
PA42 7EA
Tel. +44 (0) 1496 / 302 244

Website: Ardbeg
Besucherzentrum

Ardbeg bietet Touren und hat einen netten Coffee-Shop "The Old Kiln".
Weitere Informationen:
Ardbeg-Website

Ardbeg, Islay.

Allgemeine Informationen

Ardbeg ist keine besonders große Destillerie und besitzt unter Malt-Liebhabern dennoch einen legendären Ruf. Der bei Ardbeg hergestellte Whisky ist stark, torfig, lange zeit der torfigste Malt Whisky überhaupt. Die Destillerie erlebte eine wechselvolle Geschichte, wirde geschlossen, wiedereröffnet, wieder geschlossen. Diese lange Unsicherheit mag einen großen Teil zum legendären Ruf beigetragen haben. Erst seit der jüngsten Wiedereröffnung 1997 scheint Ruhe eingekehrt. Die zunehmende verbreitung von Single Malt Whisky und auch die höhere Akzeptanz der Islay-Malt haben Ardbeg ruhigeres Fahrwasser bereitet.

Geschichte

Gebaut wurde die Destillerie im Jahr 1815 von einer örtlichen Bauernfamilie, den MacDougalls. Schon zuvor gab es in der Gegend wohl einige Schwarzbrennereien. Bis 1794 sollen die Ursprünge der Whisky-Destillation zurückreichen. Mehrmals war Ardbeg geschlossen. Zunächst war Ardbeg viele Jahre zwischen 1981 und 1989 eingemottet. Dann wurde sie von Allied Distillers wieder betrieben, bevor Ardbeg 1996 wieder zugemacht wurde, allerdings nur für kurze Zeit. Schon 1997 wurde die Brennerei mit Stuart und Jackie Thomson an der Spitze wieder in Betrieb genommen.

Die Restaurierung der über viele Jahre still gelegten Whiskybrennerei verschlang rund 1,4 Millionen britische Pfund. Neue Heizkessel wurden eingebaut, neue Rohre für den Dampf verlegt. Das Warehouse erhielt ein neues Dach, drei Washbacks aus Oregon Pinie wurden aufgestellt. Viele ehemalige Mitarbeiter der Destillerie wurden erneut verpflichtet.

Einige Jahre gehörte Ardbeg zu MacDonald & Muir, denen auch Glenmorangie und Glen Moray gehören, bevor sie an den Luxusgüterkonzern Moët Hennessy • Louis Vuitton S.A. verkauft wurden.

Tasting Notes

Allgemeine Geschmacksinformationen

Die Whiskys aus der Ardbeg-Destillerie waren bis zum Jahr 1974/75 zunächst sehr rauchig und torfig. Danach nahm allerdings der Rauchanteil im Whisky bis zur ersten Schließung der Brennerei im Jahr 1981 kontinuierlich ab. Die Whisky- und Ardbeg-Freunde beklagten deshalb den Verlust der Seele Ardbegs.

Nach der Wiedereröffnung Ardbegs im Jahr 1989 besannen sich die Besitzer der Destillerie deren Wurzeln, es wurden wieder sehr rauchige Whiskys hergestellt.

Ältere Abfüllungen aus der Ardbeg-Brennerei waren sehr deutlich von dem Charakter der eigenen Mälzerei beeinflusst. So wurde die Darre ganz ohne Ventilator betrieben, der in anderen Destillerien den Rauch verstärkt. Als Ardbeg den Betrieb im Jahr 1989 wieder aufnahm, geschah dies ohne eigene Mälzerei. Entgegen einigen Befürchtungen wurde den neuen Destillaten allerdings wieder kräftig Rauch zugegeben.

Zwischendurch wurden bei Ardbeg die alten Vorräte knapp. Der damalige Destillerie-Manager Stuart Thomson versicherte damals, dass es beim Ardbeg TEN nie zu Engpässen kommen wird, was sich auch so bewahrheitete. Ende 2002 wurden für eine 17-jährige Version bereits Whiskys abgefüllt, die 1979/80 destilliert wurden, also 22 Jahre alt waren. Einige Jahre später brachte Ardbeg eine Vielzahl unterschiedliher, manchmal auch seltener und auch begehrter Abfüllungen auf den Markt.

Abfüllungen

TEN, neue Abfüllung, 46% vol. Alk.
Farbe Goldfarben. Die Farbe scheint leicht zu schwanken.
Geruch Rauch, der über allem schwebt.
Geschmack Sehr intensiv, voll und erstaunlich komplex für einen so jungen Whisky. Über allem schwebt natürlich Rauch. Die Abfüllung ist nicht kühl gefiltert und deshalb komplexer.
Abgang Nicht ganz so schwer wie der Geruch vermuten lassen könnte.



TEN, alte Abfüllung, 40% vol. Alk.
Farbe Wie Sherry.
Geruch Rauchig mit trockenen Anklängen von Jod.
Geschmack Zunächst recht süßlich, dann schwerer und gehaltvoller. Rauchig.
Abgang Schwer mit viel Salz.



Uigeadail, 54,2% vol. Alk.
Farbe Blasser Goldton.
Geruch Voll und fruchtig, mit anklängen an Leder, trocken, Grillen am Strand. Nach der Zugabe von Wasser tritt der Geruch nach Rosinen ein wenig in den Vordergrund.
Geschmack Unglaublich einnehmend. Süßlich, nach trockener und malziger Erde, Rauch. Bei Fassstärke erstaunlich rund und angenehm.
Abgang Unerwartet scharf und alkoholisch.



17 Jahre alt, 40% vol. Alk.
Geruch Sehr eleganter Torfrauch und -geruch, nicht allzu heftig mit einer aufkommenden Süße. Eine Mischung aus Malz- und Vanillenoten. Entfernt etwas salzig mit recht präsenter Eiche. Eine Spur Bourbon und eine noch schwächere Spur Orange runden den Geruch ab.
Geschmack Der Geschmack des Torfes ist viel stärker als es der Geruch vermuten lässt. Die Rauchigkeit trifft schnell den Gaumen und wird dann überdeckt. Dann entfaltet sich Malz mit einem Hauch von Kakao.
Abgang Der Torf kehrt im Abgang zurück und beschert einen langen Schluss. Das Malz klingt nach, trockene Eiche gesellt sich hinzu.



1975, Limited Edition, 43% vol. Alk.
Geruch Überaus süß und fruchtig mit Heidekraut und einer Spur versteckten Lavendels. Der Rauch hält sich vornehm zurück, verbindet sich mit Eiche und sorgt so für blumige Noten. Sehr komplex mit deutlichen Holztönen.
Geschmack Torf sorgt für einen starken Auftritt auf der Zunge, am Gaumen entfalten sich ölige Spuren. Phenole und Kakao-Aromen treten im Rauch nur langsam in den Vordergrund.
Abgang Der Torf weigert sich, im langen Abgang die Bühne zu verlassen. Eine subtile Süße hält sich von der ersten Begegnung an bis zum Schluss. Malz, Vanille und Eiche untermalen den Abgang.



Provenance, 55,6% vol. Alk.
Geruch Die Nase nimmt Torf zusammen mit Bourbon wahr, zugedeckt von reichlich Rauch. Sehr intensiver Geruch mit Eiche und Torf, dennoch im Gleichgewicht.
Geschmack Zunächst verhalten, bevor der Rauch stärker wird. Kakao kommt auf und stellt sich in die Mitte des Geschmacks, sehr gehaltvoll. Bourbon tritt deutlich hervor.
Abgang Auch für Ardbeg-Standard lang und komplex. Frucht tritt ein wenig verhalten aus der Komplexität hervor. Pfeffer mit eichentöniger Bourbon-Note, die den Abgang beschließt.



Committee Reserve, 55,3% vol. Alk.
Farbe Tiefer Goldton.
Geruch Ein wahrer Ardbeg, sehr komplex und in sich geschlossen, überaus weich. Torfrauch tritt deutlich hervor, dazu dunkle Schokolade. Fruchtige Kirschen und Rosinen sind zu erahnen. Mit der Zeit gesellt sich ein Geruch von geräuchertem Schinken, Jod und See hinzu. Gewürztönig.
Geschmack Weich und seidig, sehr einnehmend. Süße und Trockenheit wechseln sich ab. Schmeckt wie ein Dessert mit Kaffee, eine Kombination aus süßer Vanille und Schokolade mit trockenem Torf. Cremig und fruchtig.
Abgang Lang und sehr weich. Vanillecreme und Pflaumen, dazu wieder etwas Kaffee.



Rollercoaster, 57,3% vol. Alk.
Farbe Tiefer Goldton.
Geruch Viele Aromen bilden eine perfekte Mischung aus Süße, Gewürzen, Malz und Rauch. Süßliche Aromen von Toffee verbinden sich mit Torf und dunkler Schokolade. Dazu kommt Zimt, Jod und Kohle. Irgendwann steigt der Geruch dunkler Kirschen in die Nase.
Geschmack Weich, einnehmend, torfig. Samtiger Rauch überzieht die Geschmacksnerven. Die Kirschen tauchen wieder unter dem Torfrauch auf, dazu etwas Koriander und Menthol. Rauchig und süßlich bis zum Schluss.
Abgang Der Geschmack bleibt einfach im Mund hängen: Holzkohle und Gewürze, etwas Sahne.



Bildergalerie

Fotos von Andreas Gugau Fotografie