Lagavulin

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<seo metakeywords="whisky-guide,islay,insel,guide to whisky,whisky,whiskey,whisky-fuehrer,whisky-führer,schottland,single,malt,scotch" metadescription="Alles über die Lagavulin-Destillerie auf der Insel Islay: Ihre Whiskys, die Geschichte der Destillerie und eine Bildergalerie." />

Lagavulin
Region: Islay
The Lagavulin Distillery

Port Ellen
Isle of Islay
PA42 7DZ
Schottland
Tel +44 (0)1496 / 302749
Fax +44 (0)1496 / 302733

Website: Classic Malts
Besucherzentrum

Lagavulin bietet Touren. Weitere Informationen auf dieser Website.

Lagavulin, Islay.

Allgemeine Informationen

Die Lagavulin-Destillerie gehört zumindest seit einigen Jahren zu den bekanntesten auf Islay. Noch nie war ein einzelner Whisky so erfolgreich wie der Lagavulin in der Classic Malts of Scotland-Serie. Früher war die zwölfjährige Abfüllung Standard, die später durch eine 16-jährige Version ersetzt wurde, bis diese schließlich ausverkauft war.

Die Brennerei liegt an der Südküste der Insel Islay in unmittelbarer Nachbarschaft von Laphroaig und Ardbeg. Sie gehört zum Diageo-Konzern.

Geschichte

Die Lagavulin-Destillerie entstand in ihrer jetzigen Form im Jahr 1837, als sich die zwei verbliebenen Brennereien in der Bucht zu Lagavulin zusammenschlossen. Die zweite Destillerie, die im heutigen Unternehmen aufging, war 1816 von John Johnston gegründet worden. Der Name Lagavulin bedeutet "Die Senke, wo die Mühle ist". An dem Standort der Destillerie an der Südküste Islay soll es früher einmal in der Mitte des 18. Jahrhunderts rund zehn Schwarzbrennereien gegeben haben.

Der Whisky aus der Lagavulin-Destillerie zählt zu den komplexesten, die es gibt. Süße, die an Sherry erinnert, verbindet sich mit typischem Inselcharakter. Und das, obwohl Lagavulin gar nicht in Sherry-Fässern lagert. Dass der schnell fließende Bach, aus dem die Brennerei ihr Wasser schöpft, unterwegs reichlich Torf aufnimmt, steht außer Frage. Dies ist auch an der leicht braunen Färbung des Wassers erkennbar. Die Lagerhäuser haben ein eigenes Pier und werden vom Meer umspült. Das Warehouse No. 1 liegt sogar teilweise unter dem Meeresspiegel. Dort sickert ständig Salzwasser ein, die Wand zur Seeseite ist immer feucht.

An Tagen mit hohem Seegang stehen die Außenwände Lagavulins auf der Seeseite manchmal knietief im Salzwasser - was sich deutlich im Geschmack des Whiskys niederschlägt.

Lagavulin besitzt keine eigene Mälzerei mehr sondern bezieht den Rohstoff aus Port Ellen. In den Port Ellen Maltings lassen alle Islay-Destillerien ihre Gerste mälzen. Die Maltings gehören ebenfalls zu Diageo. Allerdings wird das Malz bei Lagavulin in der Destillerie frisch gemahlen. Der Maischbottich ist bei Lagavulin (wie bei der Nachbar-Destillerie Laphroaig) aus Edelstahl.

Die beiden Wash Stills in der nur vier Brennblasen umfassenden Brennerei sehen wie eine nach oben zu dick geratene Birne aus. Auch die Spirit Stills, in denen der zweite Brand erfolgt, sind kaum verjüngt, so dass entsprechend viele Geschmacksstoffe mitgenommen werden. Diese für Islay typische Form der gedrungenen Bennblasen liegt daran, dass nach der Legalisierung alle Brennereien möglichst große Brennblasen betreiben wollten, die Höhe in den Stallungen, in denen jetzt Destillerien untergebracht waren, aber begrenzt war.

Der Verkauf von Lagavulin läuft seit einigen Jahren so gut, dass riesige Mengen des Malts produziert werden. Die Produktion läuft indessen weiter auf Hochtouren, der Lagavulin-Whisky lagert auch in den Warehouses der ehemaligen Destillerie in Port Ellen und bei Caol Ila im Norden der Insel.

Tasting Notes

Allgemeine Geschmacksinformationen

Die Lagavulin-Whiskys gehören zu den bekanntesten der Insel Islay Zum einen leigt das an dem sehr eigenständigen Charakter, zum anderen auch an der weiten Verbreitung durch die "Classic Malts of Scotland"-Serie von United Distillers & Vinters bzw. Diageo.

Inzwischen ist die 16-jährige Version die Standard-Abfüllung. Sie hat die früher übliche zwölfjährige Abfüllung verdrängt. Lagavulin steuert außerdem Whiskys zu den Blends von White Horse bei und trägt ebenfalls ein Pferd im Firmenzeichen.

Der Geschmack der Lagavulin-Whiskys wird nicht nur vom Insel-Klima bestimmt (die Brandung umtost die Lagerhäuser, die bei hoher See knietief im Atlantikwasser stehen), sondern auch von den sehr breit ausgelegten Brennblasen, die sich kaum verjüngen. So werden sehr viel mehr Geschmacksstoffe als bei schmalen Pot Stills mitgenommen.

Insgesamt sind die Lagavulin-Whiskys sehr komplex, rauchig, torfig und immer gepaart mit Sherry-Süße. Es gibt nur wenige unabhängige Abfüllungen dieses großartigen Malts. Der Lagavulin-Whisky ist so begehrt, dass es immer wieder zu Engpässen bei der 16-jährigen Version kam.

Abfüllungen

16 Jahre alt, 43% vol. Alk.
Farbe Tiefes Bernsteingold.
Geruch Starker Torf, schwer, deutliche Vanilletöne, etwas gewürzige Noten, Rauch, Lapsang-Souchong-Tee.
Geschmack Leicht nach Sherry, massiver Torf, etwas Eiche, relativ süß, wird trockener, entwickelt ölige und fettige Töne, lang und kräftig im Mund.
Abgang Langanhaltendes, elegantes torfbetontes Finish mit viel Salz und Seegras.



12 Jahre alt, Special Edition 2005, 57,7% vol. Alk.
Farbe Strohgold.
Geruch Leichte Süße, krosse Säuerlichkeit und Salz. Schwarer Rauch und die erwarteten medizinischen Noten. Mit Wasser duftige Aromen, Zitrone.
Geschmack Leicht nach Sherry, massiver Torf, etwas Eiche, relativ süß, wird trockener, entwickelt ölige und fettige Töne, lang und kräftig im Mund.
Abgang Rauchig und nach Oatcakes, lang.



Distillers Edition, 43% vol. Alk.
Farbe Tiefes Gold.
Geschmack Ein großer Geschmack! Beginnt süß, endet mit Torf, Rauch und Andeutungen von Seegras.
Abgang Sogar für einen Lagavulin unglaublich lang. Weich und rund mit Wellen sandiger Trockenheit.



12 Jahre alt, 43% vol. Alk.
Farbe Helles, strohfarbenes Gold.
Geruch Meersalz und Torf, sehr trocken und nach Sherry.
Geschmack leichte Süße, krosse Säuerlichkeit und Salz. Schwarer Rauch und die erwarteten medizinischen Noten. Mit Wasser duftige Aromen, Lemon.
Abgang Rauch und Oatcakes. Etwas fruchtig, erwärmend und lang..



Fuaran Ile, 1991, Bourbon-Fass, 57,1% vol. Alk.
Farbe Hell.
Geruch Etwas abgeschwächter Islay-Lagavulin. Insgesamt etwas verhalten und scharf. Deutliche Torf- und Salznoten. Riecht nach Seeluft.
Geschmack Torfig, ein wenig salzig, insgesamt etwas zurückhaltender als Standard-Lagavulin. Deutliche Anklänge von Bourbon-Holzkohle. Jung und sprittig, könnte noch etwas länger lagern.
Abgang Hat auch mit Wasser viel Feuer. Trocken werdend.



Bildergalerie

Fotos von Andreas Gugau Fotografie