Whisky und die Welt

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Automatische Whisky-Abfüllanlage.
Malerisch gelegen: Eine der Islay-Destillerien.

Export

Zirka 85 Prozent des derzeit in Großbritannien produzierten Scotch Whiskys gehen in den Export. Bereits vor dem 2. Weltkrieg betrug der Exportanteil am Gesamtumsatz mehr als 50 Prozent. Als der am zuverlässigsten erfolgreichste Exportartikel des Landes leistet Scotch Whisky auch heute noch einen wesentlichen Nettobeitrag zu den britischen Deviseneinkünften und Unternehmensgewinnen. Scotch Whisky ist unter den fünf besten britischen Exportartikeln zu finden. 2012 erreichte das Whisky-Geschäft in Schottland ein Volumen von mehr als 4 Milliarden Pfund, während der Öl-Sektor im gleichen Zeitraum auf rund 3 Milliarden Pfund kam.

In den vergangenen Jahren wurde Scotch Whisky in mehr als 190 Länder der Welt ausgeführt. Die größten Absatzmärkte sind Europa, die USA und Japan. Der Anteil der Exporte an Großbritanniens EU-Partner beträgt ungefähr 40 Prozent. Unter Einbeziehung Großbritanniens konsumieren die Menschen in der Europäischen Union rund die Hälfte des schottischen Whiskys.

Im Jahr 2000 erreichte das Exportvolumen 2,1 Milliarden britische Pfund (£). 989,5 Millionen Flaschen wurden für 2,1564 Milliarden Pfund in alle Welt verkauft. Bis zum Jahr 2010 war der Export-Umsatz bereits auf drei Milliarden Pfund gestiegen. Größte Scotchtrinkernation waren demnach die Spanier, gefolgt von den Franzosen, die bisher den ersten Platz inne hatten, und den USA, die von Spanien beim Scotch-Konsum bereits 1999 ausgestochen worden waren.

Zwar war das Export-Wachstum innerhalb der EU in den Jahren nach der Euro-Einführung (2002) wegen der zeitweisen Schwäche des Euros gegenüber dem Pfund etwas geringer als zuvor, dennoch importierte Spanien 2000 Whisky für mehr als 300 Millionen £. Der Mengen-Absatz in Spanien stieg in 10 Jahren um 137 Prozent, der Wert der Waren stieg im gleichen Zeitraum um 94 Prozent. Whisky für 861 Millionen Pfund exportierte Schottland in die EU, was einer Steigerung um 5,6 Prozent oder 23 Millionen Flaschen entspricht. Ein Plus von 16 Protzent verzeichnete der osteuropäische Markt, wo 17 Millionen Flaschen abgesetzt wurden. In Asien betrug die Steigerung 5 Prozent (+7,9 Mio Flaschen).

Inzwischen hat der Whisky-Export den Wert von 4,23 Milliarden Pfund erreicht (2011). Der Mark wächst in den vergangenen Jahren stark, zuletzt wurde von 2010 auf 2011 ein Wachstum von satten 23 Prozent verzeichnet.

Binnenkonsum

Um nach dem Zweiten Weltkrieg dringend erforderliche Devisen für Großbritannien einzubringen, organisierte die Industrie ein freiwilliges Programm zur Begrenzung des Inlandsverkaufs von schottischem Whisky. Obwohl dieses Programm 1954 aufgegeben wurde, erreichte der Whiskyumsatz in Großbritannien erst 1960/61 wieder sein Vorkriegsniveau.

Seitdem haben regelmäßige, scharfe Erhöhungen der Whiskysteuer künstlich verhindert, dass ungeachtet des wachsenden Wohlstands entsprechend mehr Whisky auf den Markt gekommen ist. Export ist also für die Whiskyindustrie kein Fremdwort. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg betrug der Exportanteil am Gesamtumsatz mehr als 50 Prozent. Etwa 85 Prozent des derzeitgen Scotch Whisky-Verkaufes gehen in den Export.

Die monatlich veröffentlichten Statistiken der Zoll- und Steuerbehörde geben keine Auskunft darüber, wieviel Whisky in Schottland selbst getrunken wird. Entsprechenden Umfragen ist aber zu entnehmen, dass 15 bis 20 Prozent des britischen Whiskykonsums auf das Konto der Schotten geht.

Lagerkapazität

1939 betrugen die britischen Scotchlagerbestände in reinem Alkohol ausgedrückt rund 374.3 Millionen Liter. Bei Kriegsende 1945 waren nur noch knapp 247 Millionen Liter davon übrig. Seitdem sind die Bestände der Nachfrage entsprechend gestiegen und die Lagerbestände sind bis 1990 um das ungefähr Zehnfache auf insgesamt 2,543 Millionen Liter angestiegen.

Der jetzt gelagerte reife und reifende Whisky in Schottland reicht aus, um das projektierte Absatzvolumen auf fast neun Jahre hinaus zu decken. Dennoch haben einige erfolgreiche Destillerien Engpässe bei bestimmten Jahrgängen.

Kapitalbindung

Die Finanzierung der Lagerhaltung von gebranntem aber noch nicht verkaufsfertigem Whisky verlangt der schottischen Whiskyindustrie sehr viel Kapital ab. Die für Scotch Whisky vorgeschriebene Langzeitlagerung wirft auch für die Blender eine Reihe kommerzieller Probleme auf. Das größte davon ist, die richtige Vorhersage des Whiskybedarfes auf Jahre hinaus zu treffen.

Sowohl junger Whisky als auch gereifte Lagerbestände werden verschiedentlich als Geldanlage oder als Spekulationsobjekt angeboten. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass nur ein verschwindend geringer Teil der Whiskygesamtproduktion auf diese Weise auf den Markt gelangt. Alle wichtigen Blender finanzieren ihre Lagerbestände selbst und kaufen gereiften Whisky nur dann nach, wenn sie von der einen oder anderen Sorte zu wenig vorrätig haben. Es gibt keine organisierte "Whiskybörse" nach dem Beispiel anderer Waren.

Alle Geschäfte mit lagerndem Whisky sind sehr spekulativ, und der Verband der schottischen Whiskyindustrie lehnt es daher prinzipiell ab, in Fragen des investitionsbezogenen Whiskyerwerbs zu beraten.